17.06.2011

Feierliche Eröffnung des Naumburger Domgartens

Der Naumburger Domgarten wurde im Zuge der Landesausstellung „Der Naumburger Meister- Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen“ zwischen 2009 bis 2011 rekultiviert und neu gestaltet.
Seit dem 15. Juni 2011 steht der Domgarten den Dombesuchern dauerhaft zur Verfügung. Auf einem ca. 1 Hektar großen Areal vereint der Garten Bastionen der mittelalterlichen Immunitätsmauer, den Wandel- und Zwingergarten, alte Teichanlagen sowie den einzigartigen „Garten des Naumburger Meisters“.
Der Naumburger Domgarten wurde im Juli 2010 in die Liste der 43 Parks und Gartenanlagen des denkmalpflegerisch- touristischen Netzwerkprojektes „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ aufgenommen.

Die Vereinigten Domstifter erhielten für das Projekt „Wiedererschließung und Instandsetzung des Naumburger Domgartens – ausgewählter Lernort des Landes Sachsen-Anhalt“ eine Förderung im Rahmen des Konjunkturpaketes II. in Höhe von 1,2 Millionen Euro aus Bundes- und 400.000 Euro aus Landesmitteln.
Dieser Zuschuss wurde u.a. eingesetzt, um:
die vorhandenen historischen Gartenstrukturen denkmalgerecht wieder herzustellen,
die Domgartenteiche zu revitalisieren,
raumprägende historische Strukturen im Gartenbereich neu sichtbar zu machen,
den westlichen Domplatz gestalterisch aufzuwerten,
das Nebengebäude Domplatz 14 zur KinderDomBauhütte umzubauen.

Unterstützt wurde dieses Projekt zusätzlich durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Förderung des historischen Zwinger- und Wandelgartens) und die Allianz-Umweltstiftung (Förderung des „Gartens des Naumburger Meisters“).

Zusätzlich konnte durch eine Förderung der Landesinvestitionsbank die Beleuchtung des Domgartens, die touristische Beschilderung sowie eine Besuchertoilette realisiert werden.

Die als Wandelgarten gestaltete südwestliche und westliche Gartenebene mit Teichen, Küchengarten und Tuffsteingrotte geht aus einer Gartenplanung aus der Zeit um 1900 hervor. Besondere Attraktivität erhält der Wandelgarten durch die Porträtplastiken von Schülern des Naumburger Domgymnasiums.
Im Zwingergarten, umschlossen von Resten einer spätmittelalterlichen Befestigungsanlage, befindet sich ein Obstgarten mit wiederhergestelltem Brunnen. Er wird dominiert durch den im Kern mittelalterlichen Wohnturm, wiederhergestellte Mauern mit Bastionen und baulichen Resten der im 19. Jahrhundert niedergelegten Kurie „retro novum chorum“.
Ein besonders interessanter Gartenbereich ist der „Garten des Naumburger Meisters“ in unmittelbarer Nähe zum Naumburger Westchor. Auf der Stelenterrasse ist eine Auswahl von Pflanzen präsent, die der Naumburger Meister im Westchor und am Westlettner an Kapitellen, Schlusssteinen und Friesen so unglaublich wirklichkeitsnah in Stein darstellte. Angrenzend sind Heil- und Zauberpflanzen, eine Weinterrasse und zwei kleine Veranstaltungsplätze zu finden.

In dem an den Domgarten angrenzenden Seitenflügel der ehemaligen Domherrenkurie Levini ist eine mittelalterliche KinderDomBauhütte entstanden. In schulischen Projekten werden hier die Schüler an die Bildhauerarbeiten der großen Meister der Vergangenheit sowie an die Belange des Denkmalschutzes herangeführt werden. Die Einrichtung der KinderDomBauhütte, die in Zusammenarbeit mit dem LISA (Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung von Sachsen-Anhalt) erfolgte, wird ein über die Landesgrenzen Sachsen-Anhalts hinaus gehendes Angebot für verschiedene Bildungseinrichtungen darstellen.