2. Gutspark Schönhausen (Elbe)
Im Geburtsort Otto von Bismarcks (1815–1898) liegt neben dem Bismarck-Museum der ausgedehnte Gutspark. Zwischen 1700 und 1732 wurde er als barocker Garten mit geometrischen Formen und zahlreichen Sandsteinfiguren angelegt. Im 19. Jahrhundert kam ein landschaftliches Parkareal hinzu. Bis heute steht eine Herkules-Statue am Übergang der beiden Bereiche.
Die Herkules-Statue hat wohl keine guten Erinnerungen an den 14-jährigen Otto von Bismarck. Nach einer erfolglosen Jagd musste angeblich das Herkules-Hinterteil als Zielscheibe herhalten. Auf die Spurensuche kann man sich noch heute begeben.
In der Zeit zwischen 1700 und 1732 wurde nördlich des Gutshauses der Familie von Bismarck mit der Gestaltung des barocken Gartens begonnen. Im Norden und Westen wurde er von einem Wassergraben begrenzt. 1740 kam auf einer künstlich angelegten Insel ein Pavillon hinzu. Die großzügige Anlage wurde quadratisch gestaltet. Zwei Ost-West-Achsen dominierten das geometrische Wegesystem. Zudem verläuft noch heute eine Hauptachse in Nord-Süd-Richtung und führt nunmehr von den rekonstruierten Grundmauern des Gutshauses zu einem Rondell mit Teichanlage. Die Skulpturen dort zeigen wahrscheinlich römische Gottheiten.
Der Garten zeichnete sich, wie für die Barockzeit üblich, außerdem durch ein Grabensystem für die Wasserwirtschaft sowie typisch geschnittene Bäume, Hecken und Gehölze aus. Bereits zu Lebzeiten Otto von Bismarcks war die botanische Fülle allerdings so ausgewachsen, dass der barocke Charme immer weniger zur Geltung kam. Durch die zahlreichen Pflege- und Anpflanzungsmaßnahmen, die in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden, sind heute deutliche Spuren des barocken Bildes wieder sichtbar. Auch wenn das Gutshaus nicht mehr existiert, so bleiben die Wege- und Sichtachsen im Bereich der oberen Terrasse von klarer Schönheit. Neu angepflanzte Linden und Rosskastanien ergänzen dieses Areal. In nördlicher Blickrichtung stehen wieder Obstbäume auf einer blühenden Wiese als Symbol für die frühere und künftige Nutzung des Gutsparks. Die beeindruckende dreireihige Lindenallee wurde in ihrem Bestand erneuert. An der Herkules-Statue bildet eine Parkbrücke die Verbindung zum Landschaftsgarten aus dem 19. Jahrhundert. Ihn prägen groß ausgewachsene Gehölzgruppen, Sumpfeichen, Ziersträucher und Wiesen.
Das Bismarck-Museum sowie das ehemalige Gärtnerhaus und der Kornspeicher gehören zusammen mit einem überwiegenden Teil des Gutsparks der Otto-von-Bismarck-Stiftung. Sie ist eine der sieben Politikergedenkstiftungen des Bundes und Mitglied der AG Orte der Demokratiegeschichte. Die Stiftung informiert auf ihrer Website über ihre wissenschaftliche Arbeit und die historisch-politischen Bildungsangeboten: www.bismarck-stiftung.de
Folgt uns auf